Hysterektomie

Die häufigsten Gründe für die Gebärmutterentfernung sind

  1. Myome (siehe Myome)- oft mit 2) in Zusammenhang stehend
  2. Blutungsstörungen (hauptsächlich zu starke und zur  Blutarmut führende Blutungen)
  3. Bösartige Tumore (und zum Teil auch deren Vorstufen) des Muttermundes und des Gebärmutterkörpers
  4. In der Regel Entfernung auch im Rahmen der Operation bei bösartigen Tumoren des Eierstockes oder des Eileiters
  5. Im Rahmen Operationen von Senkungszuständen der Gebärmutter, Blase oder Mastdarm
  6. Chronische auf konservativem (hauptsächlich medikamentösem) Wege nicht zu bessernde Schmerzzustände
  7. Entzündliche Erkrankungen – Abszesse der Eileiter u./oder Eileiter um zur Gesundung auch die entzündliche Quelle zu    entfernen Grundsätzlich ist zu sagen, dass wenn sie eine Hysterektomie an sich durchführen lassen diese Operation keine Kastration darstellt- ich erwähne dies deswegen extra, da auch in so genannten informativen Sendungen diese Begriffe fälschlicherweise synonym verwendet werden(Ausschnitt help-tv) Der Begriff Kastration darf bei der Frau, wenngleich unglücklich, nur im Zusammenhang mit der entweder durch Operation oder Strahlen herbeigeführten Ausschaltung der Eierstockfunktion verwendet werden. Grundsätzlich sollte eine Hysterektomie nur dann durchgeführt werden, wenn sie entweder zwingend notwendig ist oder im rahmen von selektiven Eingriffen zur Steigerung ihrer Lebensqualität(z.B. im Rahmen von Senkungsoperationen) dient. In der Kette der verfügbaren Lösungen ihrer jeweiligen und individuellen Probleme sollte daher die Hysterektomie das letzte und nicht das erste Glied darstellen vorbehaltlich ihres Selbstbestimmungsrechtes, dass sie z.B. auch veranlassen kann freien Willens und Wunsches etwa den Kaiserschnitt im Sinne eines „Wunschkaiserschnittes“ zur Geburt ihres Kindes zu wählen obgleich dies sicher nicht immer die vernünftigste und bestmögliche Entscheidung ist.

Welche Arten der Hysterektomie gibt es?

  • die Gebärmutter kann total entfernt werden, d.h. sowohl der Gebärmutterhals als auch Gebärmutterkörper werden entfernt – wobei die beiden Abschnitte der Gebärmutter von Natur her miteinander in Verbindung stehen und gemeinsam die Gebärmutter darstellen
  • Lediglich der Gebärmutterkörper wird entfernt und im Zuge der Operation vom Gebärmutterhals, welcher belassen wird, getrennt – eine subtotale Hysterektomie

Gibt es wissenschaftlich begründete Argumente, die für die Erhaltung des Gebärmutterhalses sprechen?

  • Es gibt keinen Unterschied in der Qualität der erlebten Sexualität zwischen den beiden Methoden – dies konnte in wissenschaftlich ernst zu nehmenden Studien wie z.B. im äußerst renommierten New England Journal of Medicine durch direkten Vergleich nachgewiesen werden.
  • Es kommt in der Gruppe der totalen Hysterektomien nicht häufiger zu darauf folgenden Senkungszuständen
  • Sie können bei Verbleib des Gebärmutterhalses weiterhin und logischerweise einen Gebärmutterhalskrebs  bekommen und weiterhin (ca.7%)  regelmäßig zyklische Blutungen haben.

Die totale Hysterektomie hat im Vergleich keine nachteiligen Auswirkungen auf den Harntrakt

Auf welchen Wegen kann eine Hysterektomie durchgeführt werden

  • durch die Scheide – auf so genanntem vaginalen Weg – die vaginale Hysterektomie
  • über einen Bauchschnitt – (der Bauch – lat. das Abdomen) – die abdominelle Hysterektomie
  • eine Kombination de vaginalen Operationsweges unter Assistenz( Zuhilfenahme) der Bauchspiegelung (Laparoskopie) –im Fachjargon die „Laparoskopisch assistierte vaginale Hysterektomie“

Grundsätzlich ist der vaginale oder laparoskopisch assistierte vaginale Operationsweg für die jeweils betroffene Patientin schonender – doch wovon ist es jetzt abhängig, welcher Weg beschritten wird?

  • die Größe der zu entfernenden Gebärmutter – je größer desto eher wird in Abhängigkeit von der Erfahrung des Operateurs der abdominelle Weg beschritten. Zusätzlich relevant ist natürlich auch die Relation der Größe der Gebärmutter zur Weite respektive Zugängigkeit über die Scheide – so ist es bei Frauen, die auf natürlichem Wege ihre Kinder bekommen haben technisch öfter möglich auch relativ große z.B. myomatös veränderte Gebärmütter zu entfernen.
  • Gut- oder Bösartigkeit des Befundes- obwohl auch hier der operative Trend zunehmend in die Richtung minimal invasiver Methoden geht galt nahezu bis heute der Grundsatz, dass bei bösartigen Erkrankungen der Gebärmutter noch häufiger der abdominelle Operationsweg beschritten wird – dies gilt auch für Gebärmutterentfernungen, welche im Rahmen von Krebsoperationen wie z.B. die des Eierstockes durchgeführt werden
  • die Möglichkeit der Bauchspiegelung ermöglicht heute in vielen Fällen, teilweise auch bei bösartigen Tumoren, unter Umgehung eines Bauchschnittes Probleme zu lösen, die früher nur der breiten Baucheröffnung zugängig waren wie z.B. Lösen von Verwachsungen oder der garantierten Entfernung der Eierstöcke (eine zwingende Notwendigkeit bei bösartigen Tumoren de Gebärmutterkörpers.)

Komplikationen der Hysterektomie

  • manchmal kann es notwendig sein eine geplante Operation durch die Scheide abzubrechen und in einen Eingriff über einen Bauchschnitt umzuwandeln . Nicht immer sind alle Umstände, die einen vaginalen Eingriff verunmöglichen auch vor der Operation vorhersehbar und ergeben sich erst in Narkose bzw. während des Eingriffs. So kann es notwendig sein in gewissen Fällen wie etwa bei stärkeren Verwachsungen, Blutungen, oder auf Grund von Unterschätzungen der Größe der Gebärmutter vor der Operation auf einen übersichtlicheren Bauchschnitt umzusteigen.
  • Blutungen können wie bei jeder Operation sowohl während als auch nach der Operation vorkommen , wobei es z.B möglich ist (wie oben erwähnt) von einem vaginalen auf einen abdominellen Operationsweg umzusteigen – oder sollte es nach der Operation zeitversetzt (meist innerhalb von 24 Stunden) zu einer „Nachblutung“ kommen noch einmal und neuerlich im Operationssaal operativ für blutstillende Maßnahmen zu sorgen.
  • Fieber nach einer Hysterektomie ist nichts Ungewöhnliches – Vorbeugend werden heutzutage vorbeugend Antibiotika während der so genannten Narkoseeinleitung verabreicht um Infektionen postoperativ zu vermeiden. Trotzdem kann es in weiterer Folge zu Infektion kommen, welche dann entweder neuerlich durch Antibiotika , eventuell aber auch durch andere , teils ebenfalls chirurgische  Maßnahmen behandelt werden müssen.
  • Verletzungen anderer im Bauchraum gelegenen Organe – diese Komplikationen sind selten , müssen aber erwähnt und als typische Komplikationen angeführt werden ; insbesondere, sind dies Verletzungen der Harnblase , des Harnleiters (das ist der schmale Verbindungskanal , welcher den Harn von der Niere in die Harnblase transportiert) und der Darm (sowohl Dick- als auch Dünndarm) Meist – aber auch nicht immer – werden diese Verletzungen während der Operation erkannt und auch primär versorgt – selten jedoch sind diese Verletzungen derart geringfügig, dass sie im Rahmen der Operation gar nicht erkannt werden können , jedoch mehrere Tage nach der Operation im Falle der Harnblase zu einer Fistel (einem Verbindungskanal meist zwischen Harnblase und Scheide) führen können. Im Falle derartiger Fistelbildungen ist dann eine weitere Operation zur Korrektur erforderlich, manchmal ist auch das Legen einer Schiene im Falle von Harnleiter-Scheidenfisteln ausreichend
  • Embolien sind Verstopfungen von Blutgefässen durch Blutgerinnsel („Blutpfropf“) und können in schlimmen Fällen einen Lungeninfarkt – In vielen österreichischen Krankenhäuser werden sie vorbeugend „blutgerinnungshemmende“ Substanzen(Heparine) in Form einer Spritze unter die Bauchhaut bekommen.
  • Harnverhalten ist die in diesem Falle die vorübergehende Unmöglichkeit Harn entleeren zu können – notfalls wird dann ihre Harnblase mittels Katheder entleert – so gut wie immer gibt sich dieses seltene Problem innerhalb von 48 Stunden.

Wie wird es mir nach dem Eingriff gehen?

Auf jeden Falle sollten sie nicht unter Schmerzen leiden , sie erhalten deswegen auch entsprechend Schmerzmittel , deren Dosierung sie entweder selbst steuern können oder „maßgeschneidert“ für sie zusammengestellt über die Vene verabreicht werden. Je früher sie mobilisiert, sprich Bewegung zugeführt werden, desto besser wird es ihnen gehen. Sie werden ermutigt ihre täglichen Aktivitäten so früh als möglich wieder aufzunehmen. In den USA  bleiben sie durchschnittlich zwei Tage nach dem Eingriff im Krankenhaus, in Österreich wahrscheinlich durchschnittlich eine Woche.

Um dem in Heilung begriffenen Gewebe Schonung zu gewährleisten, sollten sie bis sechs Wochen nach der Operation nicht mehr als vier bis sechs Kilogramm auf beide Arme verteilt heben. Spaziergänge beugen Embolien vor und sie sollten ermutigt werden, allerdings nicht zu anstrengende Bewegung zu machen – auch etwa sechs Wochen nach der Operation. Wieder auftretende Schmerzen, Fieber und auch Blutungen, die über Menstruationsstärke hinausgehen sollten sie veranlassen ihren Arzt/Ärztin aufzusuchen.

Sexualität

Außer bei ausgedehnten Operationen des Gebärmutterhalskrebses kommt es durch die Gebärmutterentfernung zu keiner Verkürzung der Scheide. Nach entsprechend frauenärztlicher Kontrolle können sie ca. 6 Wochen nach der Operation wieder Geschlechtsverkehr haben – nicht nur können – vorausgesetzt sie wollen Sexualität nicht ad acta legen sollten sie wieder mit ihrem Partner Sexualität erleben.

Für nahezu alle Frauen stellt der Verlust der Gebärmutter sicher ein einschneidendes Geschehen in ihrem Leben dar. Es ist aber keineswegs zwingend so, dass auch ihre Lebensqualität zwingend darunter leiden muss; sie kann sich auch verbessern. Auch das sexuelle Leben und Erleben verbessert sich, insbesonders wenn Sexualität vor dem Eingriff durch stete Blutungen oder immer wiederkehrende Schmerzen auch beim Geschlechtsverkehr begleitet war. Trotz aller Unkenrufe konnte auch dieser positive Begleitumstand durch (auch von Psychologen und –innen durchgeführten) wissenschaftliche Studien und oft Monate nach dem Eingriff durchgeführten Befragungen belegt werden.