Eierstockzyste

Vorweg  ruhig Blut !!!

Eierstockzysten sind in der überwiegenden Mehrzahl der Fälle gutartiger Natur, das heißt nicht lebensbedrohlich !

Schrecken sie sich nicht wenn ihr Arzt/in von einem Eierstocktumor spricht – jede Zyste ist auch ein Tumor, diese Begriffe können synonym(gleichbedeutend) verwendet werden. Ein Tumor ist der Überbegriff für allerlei Gewebeschwellungen unseres Körpers und kann sowohl gutartig als auch bösartig („Krebs“) sein. Lassen sie es mich einfach ausdrücken – letztlich ist auch ein „Pickel“ in unserem Gesicht ein Tumor, entzündlich zwar, doch gutartig.

Eierstocktumore können sowohl zystischer (der Inhalt des Tumors ist flüssig) als auch solider (der Inhalt des Tumors ist in seiner Konsistenz fester) Natur sein. Diese Unterschiede lassen sich bei der Ultraschalluntersuchung meist gut ausmachen, aber auch hierbei gilt dass prinzipiell beide Typen sowohl gut- als auch bösartig sein können. Doch nochmals – zur Beruhigung und Relativierung – auch vor dem ganz normalen Eisprung sieht man bildet sich in ihrem Eierstock eine Zyste von etwa 2cm Durchmesser, welche auch in der Mitte ihres Menstruationzyklus im Ultraschall ersichtlich ist und nach dem Eisprung…nicht mehr.

Nehmen wir uns zunächst einmal bei den Eierstocktumoren die Zysten, das heißt flüssigkeitsgefüllte Einlagerungen des Eierstockes, sowie ihre Bedeutung vor.

Bei diesen Zysten nun gibt es wiederum unterschiedliche Formen, grob unterteilt vielleicht am besten in

a) einfache Zysten, das sind ausschließlich flüssigkeitsgefüllte „Hohlräume“ , auch manchmal mit einer dünnen Trennwand versehen (ihre Arzt/in spricht dann vielleicht von einem „Septum“) und

b) so genannte komplexe Zysten, wobei hierbei in erster Linie das Erscheinungsbild im Ultraschall gemeint ist. Diese Zysten weisen oft ein „buntes“ Ultraschallbild in ihrem Inneren auf, haben manchmal mehrere bis viele Trennwände (Septen) auf oder sind sowohl dünnflüssigen als auch dickflüssigen Inhalts (auch das kann man im Ultraschall sehen) oder man kann in dieser Flüssigkeit auch solide Anteile erkennen oder, oder, oder – wie gesagt, das Erscheinungsbild dieser komplexen Zysten ist vielfältig und auf Grund dieser Vielfältigkeit im Fachjargon auch „komplex“ bezeichnet.

Wichtig !!! Komplex hat nicht zwangsläufig etwas mit Bösartigkeit zu tun !!!

Des Weiteren gibt es auch solide Tumore des Eierstockes, deren hauptsächlicher Inhalt fester Natur ist wie z.B Haare und Zähne bei so genannten Dermoidzysten (gutartige Tumore) oder Bindegewebe bei sog. Fibromen (ebenfalls gutartig)

Zwischengeschaltet folgendes: Bösartige Eierstocktumore können im Ultraschall jede Erscheinungsform aufweisen, häufiger findet man sie jedoch bei komplexen Zysten und soliden Tumoren

Oft gestellte Frage: Was kann man gegen Eierstockzysten machen ?? Gibt es da Medikamente ?

Antwort : Man kann Eierstockzysten nicht mit Medikamenten behandeln !! Es wurde oft versucht derlei Zysten mit Hormonen (z.B Pille) zu behandeln und waren sie nach einer gewissen Zeit nicht mehr vorhanden, sprach man diesen „Erfolg“ der hormonellen Behandlung zu. Studien haben jedoch gezeigt, dass eben ein gewisser Prozentsatz dieser Zysten mit und ohne Behandlung nach einer gewissen Zeit (oft innerhalb weniger Monaten bzw. Menstruationszyklen) nicht mehr nachweisbar sind.

Bei gegebenen Interessen können sie die aktuellen Leitlinie betreffend sog. zystischer Adnexläsionen der österreichischen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe nachlesen (s.u)

2010_LL_auf_Adnexbefund

2010_AK_Adnexbef_definitiv